Liebes Amazon, das finde ich etwas übertrieben

Als Autor habe ich schon viele neue Erfahrungen gemacht, fast überwiegend positiv. 2018 alleine hatte viele, wie die Amerikaner sagen würden, „firsts“. Die erste Lesung, der erste Zeitungsartikel über meine Bücher, die erste Leserunde, der zwar nicht erste, aber auf neuer Ebene erfolgende Austausch mit anderen Autoren.

Nun hat Amazon mich mit einer nicht so guten Erfahrung doch ein wenig aus den Socken gehauen. Ich bin ohnehin nicht der größte Fan des Unternehmens, aber generell sind sie professionell. Deshalb hat mich der seltsame Umgang mit Rezensionen nun verblüfft. Ich las bereits öfter, daß Amazon vermehrt gegen Fakerezensionen kämpft, was ich nur begrüße, und dabei wohl häufiger übers Ziel hinausschießt, was nicht sehr professionell oder kundenfreundlich ist (insbesondere für ein Unternehmen, das gerne und oft behauptet, es wolle das kundenfreundlichste der Welt sein). Weiterlesen „Liebes Amazon, das finde ich etwas übertrieben“

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Lesung am 22. März 2019 in Leipzig

Am 22. März werde ich im Rahmen von „Leipzig liest“ im Infozentrum Georg-Schumann-Straße aus meinen Büchern „Bürgerin aller Zeiten“ und „Des Lebens labyrinthisch irrer Lauf“ lesen. Weitere Informationen folgen noch.

Ich freue mich über diese Möglichkeit, die Leipziger Familie Schönau nun auch in Leipzig präsentieren zu können!

Buchempfehlung: Anna und der Goethe

Normalerweise empfehle ich hier nur historische Bücher, die zum Thema meiner eigenen Bücher passen, mir bei der Recherche und dem Hineinfühlen in die Gedanken und Gefühle der Menschen vergangener Zeiten helfen. Lucy Blohms „Anna und der Goethe“ ist nicht historisch, es ist ein in der heutigen Zeit spielender Entwicklungsroman. Aber abgesehen davon, daß es ein sehr unterhaltsames Buch ist, lernt man hier den guten Geheimrat Goethe mal von einer anderen Seite kennen. Für manche sicher auch ein toller Zugang zu unserem Universalgenie.

 

Am 9. Mai 1802 schrieb Goethe aus Jena an Schiller: „So einen, auf der äußern Form des Nächstvergangenen sich herumdrehenden Wahnsinn habe ich doch noch nicht gesehen. Doch wer will ein Wort für so eine Erscheinung finden. (…)Im Ganzen geht es mir hier sehr gut, und es würde noch besser gehen und werden, wenn ich meinen Aufenthalt noch einige Wochen hinausdehnen könnte.“

Die Sätze passen letztlich auch ganz gut auf Goethes Erfahrungen mit Anna in diesem lesenswerten Buch. Die Autorin beschreibt ihr Buch u.a. mit diesem Satz: „Wenn man den Roman in eine literarische Gattung stecken möchte, wäre es wohl ein lustiger Entwicklungsroman.“ Ich finde, diese Beschreibung passt gut. Wir begleiten Anna durch einen sehr ungewöhnlichen Entwicklungsprozess, wird dieser doch von Johann Wolfgang von Goethe persönlich unterstützt! Weiterlesen „Buchempfehlung: Anna und der Goethe“

Buchempfehlung: Zeit zu leben und Zeit zu sterben

Remarque entwickelt sich immer mehr zu meinem Lieblingsschriftsteller. Auf unnachahmliche Weise berichtet er in seinen Romanen über das Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Stil ist schnörkellos, ohne Pathos und dadurch besonders eindringlich. „Zeit zu leben und Zeit zu sterben“ befasst sich mit der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte. 1944 ist der Krieg so gut wie verloren, was die fanatische menschenverachtende Diktatur nicht davon abhält, weiterhin Millionen zu opfern. Weiterlesen „Buchempfehlung: Zeit zu leben und Zeit zu sterben“

T4 – harmloser Name für vielfachen Mord

Wenn man ein Buch schreibt, das die Jahre 1933 – 45 umfaßt, dann ist die Recherche oft sehr bedrückend. Es sind so viele unaussprechlich furchtbare Dinge in dieser Zeit passiert, so viele unschuldige Menschen wurden Opfer der Diktatur.

Eines der schwierigsten Themen sowohl bei der Recherche als auch beim Schreiben war jenes, welches sich hinter dem so harmlos klingenden Namen „T4“ verbirgt. Der (erst in der Nachkriegszeit verwendete) Name kommt von der Adresse jener Stelle, die die Morde an Menschen organisierte, welche vom der Nazi-Diktatur als „lebensunwert“ (das Wort alleine jagt einem Schauder über den Rücken) angesehen wurde – Tiergartenstraße 4 in Berlin. Als „lebensunwert“ wurde man in der Diktatur aus vielen Gründen betrachtet, hier bezieht es sich auf jene, die psychische Krankheiten oder geistige Behinderungen hatten. Die Ermordung dieser Menschen wurde zur Nazizeit als „Euthanasie“, als „Aktion Gnadentod“ bezeichnet, bzw. verschleiert (in einem Regime, für das Gnade ohnehin ein Fremdwort war). Weiterlesen „T4 – harmloser Name für vielfachen Mord“

Buchempfehlung: Hoffnungsschimmer in Trümmern

Pia Wunder setzt mit diesem Buch ihrer Großmutter und Mutter ein Denkmal. „Jede Familie hat ihre einzigartige Geschichte“ ist der erste Satz, und es gelingt der Autorin gut, diese einzigartige Geschichte ihrer Familie zu erzählen. Damit erzählt sie auch ein Stück Zeitgeschichte, denn die Todesangst während des Krieges und auch der ersten Nachkriegszeit, die unglaublichen Leiden von Vertreibung, Flucht, Willkür einiger Besatzer sind ein Teil vieler europäischen Familienerinnerungen. Weiterlesen „Buchempfehlung: Hoffnungsschimmer in Trümmern“

Buchempfehlung: Fabian – Die Geschichte eines Moralisten

Erich Kästners autobiographisch angehauchte Erzählung über Jakob Fabian, der das ausschweifende Berlin der späten Weimarer Republik erlebt, und daran untergeht, wirft einen sehr klaren, von Schopenhauers Pessimismus geprägten Blick auf die Welt und die Menschheit. Das 1931 erschienene Buch ist an manchen Stellen sogar beängstigend prophetisch, so sagt Fabian im Gespräch mit einem Nazi: „Wo nehmt ihr die Dreistigkeit her, sechzig Millionen Menschen den Untergang zuzumuten, bloß weil ihr das Ehrgefühl von gekränkten Truthähnen habt und euch gern herumhaut?“ Weiterlesen „Buchempfehlung: Fabian – Die Geschichte eines Moralisten“